Bahn-Streiks – oder nicht!?

Das kann ja heiter werden: Die Lokführer der Deutschen Bahn und anderer privater Bahn-Gesellschaften wollen ab dem 16. Februar in den Streik treten. Neben dem DB-Regional- und Nahverkehr soll auch die Berliner S-Bahn von dem Warnstreik betroffen sein. Unklar ist, ob es Streiks im Fernverkehr geben wird. Viele Bahnreisende und Zugpendler werden sich da mit leichtem Grauen an die Tarifauseinandersetzungen vor gut drei Jahren erinnern – und hoffen deswegen auf gütliche Einigung am runden Tisch. Zumal das jüngste Schneechaos mit all seinen Zugausfällen noch allen in bester Erinnerung ist…

Die Tarifkommission der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte vor gut zehn Tagen der Bahn bis zum 16. Februar Zeit gegeben, auf die Forderungen der Lokführer einzugehen. Mit den möglichen Streiks will die GDL Druck im aktuellen Tarifstreit aufbauen. Seit Monaten ringt sie nämlich an drei Stellen gleichzeitig für einen einheitlichen Tarifvertrag für alle rund 26.000 Lokführer in Deutschland.

Neben den etwa 20.000 DB-Lokführern verhandelt die GDL auch für ihre Gewerkschaftsmitglieder mit sechs großen Privatbahnen sowie sechs privaten Güterbahnen. Außer dem Rahmen-Tarifvertrag werden bessere Arbeitsbedingungen, mehr Schutz vor Arbeitslosigkeit und höhere Gehälter gefordert. So fehlen den Lokführern etwa Regelungen für den Fall, dass ein Lokführer berufsunfähig wird. Die GDL will Umschulungen durchsetzen und sicherstellen, dass ein Lokführer in einem solchen Fall sein altes Gehalt weiter erhält.

Derzeit scheinen zumindest einige Zeichen auf Friedensverhandlungen statt Sturm zu stehen: Nach einer weiteren Annäherung wollen GDL und die sechs privaten Güterbahnen am 24. Februar ihre Tarifverhandlungen in Frankfurt fortsetzen – hier wird es also vorerst keine Aktionen oder Streiks geben. Offen ist jedoch, wie es ab 16. Februar in den Verhandlungen mit der DB und den sechs größeren Personenzug-Konkurrenten weitergeht. Diese gelten nach wie vor als gescheitert. Denn: Branchenweite Vereinbarungen wie sie die größere Konkurrenzgewerkschaft EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) für alle Bahn-Beschäftigten außer den Lokführer bereits vor Kurzem erfolgreich ausgehandelt hat, erscheinen diesen nicht ausreichend, um übernommen zu werden.

Die Arbeitsniederlegungen der Lokführer könnten also nach einem „Protesttag“ am 16. Februar beginnen. Zeitpunkt, Ort und Umfang der folgenden Streiks stünden noch nicht genau fest, hatte GDL-Chef Claus Weselsky vor Tagen verlauten lassen. Man werde „jeweils rechtzeitig vorher“ darüber informieren.

Ob jedoch ein Tag vorher – so der Erinnerung nach im letzten Arbeitskampf – für so manchen Berufstätigen mit wichtigen Terminen wirklich praktikabel ist, soll jetzt mal dahingestellt sein. Es stellt sich eh die Frage: Trifft es dann die Richtigen?

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2 Kommentare zu “Bahn-Streiks – oder nicht!?”

  1. Wenn Privatbahnen Statuen wären, was sie aber nicht sind, aber wenn’s halt doch so wäre, dann…?…

    Es ist wieder so weit, die Schneeglöckchen sprießen, die Silvesterböller werden zusammengekehrt, und die GDL (Leitspruch: “Gleisverkehr? Dakannste Langwarten!”) streikt. Der Frühling lässt sein Transparent / Wieder flattern durch die Lüfte….

  2. FIlmer sagt:

    Muss mal meinem Frust hier Ausdruck verleihen, der Streik nervt und zieht sich schon zu lange hin. Ich bin Pendler und habe nun wirklich keinen Spaß mehr dauernd irgendwo warten zu müssen, nur weil die nicht zu Frieden sind. Ich muss auch zur Arbeit und da hat man doch wohl eine gewisse Verantwortung oder nicht? Hier wird bewusst der gesamten Gesellschaft geschadet, um den Druck zu erhöhen, dass ist einfach nur traurig

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